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About-Vin-Deca

Vin’s Virus

 “Keiner wählt Musik als Berufung. Die Musik beruft.” Autor unbekannt.

Im Sommer 1992 und im Alter von 14 Jahren, fiel Vin Deca durch seine Abschlussprüfungen am Ende des Schuljahres und musste dadurch die Stufe wiederholen. Viel später erst gab er zu, dass der “Virus”, der ihm diese akademische Ehrenrunde eingebrockt hatte, ein Song von Elton John gewesen ist; nämlich “Sacrifice” aus dem 1989’er Album “Sleeping with the Past.”

Da Vin Deca nichts anderes als Musik und die Fliegerei begeisterten, spielte für ihn der sonstige Lernstoff nur eine untergeordnete Rolle. Wenn er nicht im Musikraum im hinteren Bereich der Aula war und die damals populären Stücke an den vorhandenen Keyboards instrumental nachspielte, fand man ihn in der Regel in der Bibliothek, wo er sich den Flugzeugen widmete. Manchmal schlich er sich aus den Unterrichtsstunden, schloss sich gemeinsam mit seinem Walkman in einem Ruheraum ein (der einzige Ort, an dem man während der Studienzeiten ungestört war) und lauschte der Musik.

Da Vin Deca so wenig Interesse an den Angelegenheiten der Schule hatte, fing er immer nur wenige Tage vor den Prüfungen an zu lernen – eine Strategie die nichtsdestotrotz ihre Wirksamkeit an einen Elton John Song im Jahre 1992 verlor. “Sacrifice” eroberte die Sinne dieses jungen Musikers und sorgte nicht nur für einen Verlust seines Zeitgefühls, sondern bewirkte auch eine Insensibilität gegenüber seiner Umgebung. So absorbierte er das Stück stundenlang, täglich, mehrere Wochen lang. Aufgesogen von diesem Song, hatte er am Ende über 20 eigene Versionen entwickelt und aufgenommen.

Aufgewachsen in einer Familie, die Musik “lebte”, sprang der Funke bei Vin Deca schon sehr früh über. Sein zu Hause war eine perfekte Brutstätte für das, was er später einmal werden würde. Sein Vater, Zachariah Halle Azoh-Mbi, der als “Zach” bekannt war, gründete in den frühen 80’ern die Bel-Pen Recordings – eine der ersten kommerziellen Aufnahmestudios in Bamenda, Kamerun. Eine Platform, die viele andere Künstler ihrer Berufung näherbrachte.

Zach hatte nie wirklich ein Konzept, um die für ihn selbst wertvollen Dinge zu schützen. Er öffnete die Pforten der Bel-Pen-Studios für Musiker und hatte gleichzeitig die Türen zu seinem zu Hause und dem eigenen Herzen weit geöffnet für sie. Er teilte alles mit ihnen und sie teilten noch viel mehr Musik mit ihm. Das Heim der Halles war auf diese Weise wie ein Institut, das einige der brillantesten Künstler der Zeit aus dem ganzen Land zusammenbrachte. Einige kamen täglich, andere lebten dort eine zeitlang oder blieben sogar für Jahre. Musikalität, Aufnahmetechniken, Song-Philosophie und Musik-Jargon wurde ununterbrochen ausgetauscht. Ein Ort, an dem aus hohen Mauern flache, gepflegte Hecken zwischen Songs und Aufnahmetechniken wurden.

Regelmäßige, angeleitete Sessions, in denen frei von übermäßigem Respekt für Genre, Stil und Herkunft der jeweilige Sound im Mittelpunkt stand, wurden zu einem Ritual. Mitglieder der Bel-Pen-Sippe versammelten sich an den Ghettoblasters und bliesen (im wahrsten Sinne des Wortes) den Sound von Zachs Musik in die Welt. Stücke von den Bel-Pen Künstlern, Earl Klugh, Fourplay, Najee, Spyrogyra, George Benson und vielen weiteren Pop-Größen aus Afrika, Europa und Amerika.

Einige der viel älteren Sippen-Mitglieder, vor allem diejenigen an den Soloinstrumenten, konnten sich ebensowenig dem ansteckenden Effekt entziehen und verfielen den überwältigenden Klängen. Weitere “Viren” fing sich Vin Deca ein und wurde von ihnen geprägt: Boys II Men, A-ha, Mariah Carey, Whitney Houston, Franky Vincent and Kassav. Aber mittlerweile hatte er es gelernt, diese organischer in sein Leben zu integrieren als damals Elton John.

Trotz dem er so sehr in der Welt der Komposition und des Recordings aufging, dachte der erstgeborene Sohn der Halles nicht daran, mehr als nur ein Hobby darin zu sehen, da sein Traum ja das Fliegen der großen Flugzeuge dieser Welt war. Seine Familie sandte ihn 1998 nach Deutschland, um “irgendetwas Vernünftiges” wie Medizin oder Ingenieurwesen zu studieren. Er kam an, allerdings beseelt mit seinem geheimen Plan, sich den Weg in das Lufthansa-Kockpit zu erarbeiten. Unglücklicherweise schlug der erste Versuch fehl, sich in der Flugschule zu registrieren, da er keine ausreichenden finanziellen Mittel vorweisen konnte. So entschied er notgedrungen, sich an der TU Braunschweig für Informatik einzuschreiben. Innerhalb der ersten Tage als Student, fing er aber an, sich wo er konnte, günstiges Studioequipment zu besorgen, um das Studium einer notwendig scheinenden Disziplin überstehen zu können. Er brauchte in Deutschland ja entsprechende Nachweise.

Eines Tages, fast zwei Semester tief hinabgestiegen, realisierte der unbewusst musikbesessene Kameruner drei Dinge, die sein Leben verändern sollten: (1) die Summe Geldes, die er bisher in sein Studioequipment gesteckt hatte war genauso hoch, wie die damalige Startanforderung der Flugschule; (2) er hatte nun alles was man braucht, um amtlich klingende Aufnahmen zu erzeugen; und (3) ohne es zu bemerken, hatte sich sein Studentenzimmer bereits in ein brauchbares Aufnahmestudio verwandelt. Er besuchte keine weitere Informatik-Vorlesung mehr.

Heute besitzt und betreibt der Songwriter und Geschäftsmann, der in seinem kleinen Studentenzimmer mit Komposition, Gesang und Recording begann, sein eigenes Studio, Musiklabel und Musikverlag – Hitsmith Records/Musikverlag in Braunschweig, Deutschland. Begleitet durch engagiertes Selbststudium sowie die Absolvierung einer Schule für Audio-Engineering, hat er Musik geschrieben, komponiert, produziert und gemixt. Dies tat er für und in Zusammenarbeit mit Einzelkünstlern, Bands und Firmen. Zunächst lernend, dann immer stärker professionell seit dem Jahr 2002.

Nachdem er fast zwölf Jahre lang das eigene Singen pausierte, um sich auf die kreative und ökonomische Seite der Musik zu konzentrieren, ist Vin Deca nun zurück am Mikrophon. Nicht aber nur, um die Sounds auszuprobieren, sondern einmal mehr als Darsteller seiner eigenen Stimme. Der enthusiastische und unermüdlich schaffende Musiker, der bisher über ein Dutzend Alben für andere Künstler erschaffen hat, ist nun auf halbem Wege hin zu dem ersten Album, das seine eigene Stimme trägt. Dieses Album mit dem Arbeitstitel “Halleluja” wird gegen Mitte 2016 veröffentlicht. Das Kreieren und die Verbreitung von Musik, die INSPIRIERT, AUFBAUT und HEILT – das ist seine Mission.